Samstag, 31. Mai 2008
Die geschichtliche Entwicklung der 1078 erstmals urkundlich genannten
Stadt TÜBINGEN ist eng verbunden mit den Pfalzgrafen von Tübingen, deren Machtbereich
sich bis nach Vorarlberg und in den Norden der Schweiz erstreckte. 1342 wurde Tübingen
württembergisch und war fortan für Jahrhunderte die nach Stuttgart zweitgrößte Stadt
Württembergs. Das folgenreichste Ereignis für die Stadt war die Gründung der
Universität Tübingen durch Graf Eberhard im Bart im Jahr 1477.
Auf unserem Stadtrundgang besichtigen wir neben dem Schlossbereich,
Rathaus und Marktplatz u.a. das alte Universitätsviertel mit der ehemaligen Burse, dem
evangelischen Stift und dem Universitätskarzer. Einbezogen wird auch die eng mit der
Universitätsgründung verbundene Stiftskirche mit bedeutsamen Glasfenstern aus der Zeit
um 1480.
Nach dem Mittagessen in Tübingen fahren wir weiter nach BEBENHAUSEN. Das
Ende des 12. Jh. durch Pfalzgraf Rudolf von Tübingen gestiftete Kloster Bebenhausen wurde
seit 1190 durch Zisterzienser geprägt, unter denen das Kloster zwischen dem 13.- und 15.
Jh. seine Blütezeit mit einem ansehnlichen Besitz erlebte, der sich von der Gegend um
Tübingen, Rottenburg und Herrenberg bis nach Brackenheim und Ulm erstreckte. Während der
Reformationszeit wurde die Klostergemeinschaft aufgehoben und eine Schule eingerichtet,
die neben Maulbronn zu den vier höheren Klosterschulen Württembergs gehörte. Nach deren
Schließung 1806 wurde die Klosteranlage in ein Jagdschloss umgewandelt, in das sich der
letzte württembergische König Wilhelm II. nach der Revolution 1918 zurückzog, dessen
Witwe Charlotte hier 1946 starb. Zentrale Bedeutung erhielt Bebenhausen nach dem Zweiten
Weltkrieg als Sitz des Landtages des damaligen Landes Württemberg-Hohenzollern.
Besichtigt werden die teilweise bis in die romanische Zeit zurückliegenden Klosteranlagen
und die ehemaligen königlichen Wohnräume im Schloss.